Telefon: 05254 805809
Währung festlegen: Mein Konto (0) Artikel

Der schottische Kilt: Lange Tradition … die über dem Knie aufhört!

Verfasst von: Sabine
Veröffentlicht: 14th September 2021

Wenn man an schottische Traditionen denkt, ist der schottische Kilt wahrscheinlich eins der allerersten Dinge, die einem in den Sinn kommen. Aber wissen Sie, warum das unverwechselbare Kleidungsstück mit Karomuster bei einer guten schottischen Hochzeit dabei sein muss, woher es stammt und wofür die verschiedenen Farben und Muster stehen? Und vor allem: Wissen Sie, welche Accessoires Sie zu Ihrem schottischen Kilt tragen müssen, damit Sie in den Highlands dazu gehören?

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, all diese Fragen und mehr zu beantworten. Lesen Sie einfach weiter, um es herauszufinden…

Die Geschichte des schottischen Kilts

Die erste Überlieferung des schottischen Kilts stammt aus dem 16. Jahrhundert, wo es sich um den Great Kilt, den Breacan oder Belted Plaid handelt, ein langes Kleidungsstück, dessen obere Hälfte als Umhang getragen werden konnte, wenn man ihn sich über den Kopf zog oder um die Schultern legte.

Vor der Entstehung des heute bekannten Kilts gab es ein Kleidungsstück, das als „Brat“ oder Wollumhang bekannt war (dieses wurde auch als Plaid bezeichnet), das man über einer Tunika trug. Dieser erste Umhang kann, entsprechend dem Wohlstand, des Trägers einfarbig oder mit verschiedenen Karo- oder Tartanmustern versehen gewesen sein. Im Laufe des 16. Jahrhunderts, als Wolle auch der breiten Masse immer mehr zur Verfügung stand, wurde dieser Umhang so groß, dass man begann, ihn zusammenzunehmen und mit einem Gürtel zu tragen. Das waren die Anfänge des „Great Kilt“ – des großen Kilts.

Dieses Bild zeigt einen Highland Anführer, der einen der frühesten schottischen Kilts um 1860 trägt, das Plaid mit Gürtel.
Dieses Bild zeigt einen Highland Anführer, der einen der frühesten schottischen Kilts um 1860 trägt, das Plaid mit Gürtel.

Diese frühen Schottenkilts waren multifunktional; sie boten hervorragenden Schutz vor Wetter und den Elementen, man benutzte sie um am Körper getragene Waffen, wie zum Beispiel Musketen, zu verdecken und zu schützen, sie konnten abgenommen und als Decke genutzt werden und sie dienten je nach Größe und Material als Zeichen für Wohlstand und Status.

„Das Gewand sitzt gewiss sehr locker und eignet sich für Männer, die daran gewöhnt sind, große Strapazen auf sich zu nehmen, sehr schnell zu marschieren, den Launen des Wetters zu trotzen, durch Flüsse zu waten und sich bei Gelegenheit in Hütten, Wäldern und zwischen Felsen zu verstecken, was Männer in Flachlandtracht unmöglich ertragen könnten.“

Beschreibung von 1746.

Diese Art von Kilt war bis zum 19. Jahrhundert immer noch weit verbreitet und tatsächlich gibt es Menschen, die sie auch heute noch tragen, auch wenn sie jetzt meist nur als Abendkleidung verwendet werden. Irgendwann im späten 17. oder frühen 18. Jahrhundert wurde allerdings der kürzere kleine Kilt („Small Kilt“) immer mehr genutzt. Der kleine Kilt ist eine Entwicklung des großen Kilts, da er im Grunde die untere Hälfte davon ist und aus einer einzelnen Stoffbahn besteht, die von dem Gürtel herabhängt, der sie festhält.

Etwa zu dieser Zeit berichteten die Highlander, dass der große Kilt bei der Arbeit und im Kampf „lästig und umständlich“ sei und so wurde der ebenso charakteristische kleine Kilt entwickelt, der aus der unteren Hälfte des Belted Plaid bestehen sollte und bei dem die Falten angenäht waren.

Dieser angepasste Kilt wurde von den Highland-Regimentern der britischen Armee übernommen. Der Militärkilt und die dazugehörigen formalisierten Accessoires wurden im frühen 19. Jahrhundert auch von Zivilisten genutzt und sind seither sehr beliebt.

Schottischer Tartan

Eins der markantesten Merkmale eines authentischen schottischen Kilts ist das Tartanmuster, das auch als Sett und bei uns als Schottenmuster bekannt ist.

Spezielle Karomuster werden mit einzelnen Clans und Familien assoziiert, eine Tradition, die nur ein oder zwei Jahrhunderte zurückverfolgt werden kann.

Davor wurden die Highland-Tartans eher mit Regionen in Verbindung gebracht, statt ein Symbol eines bestimmten Clans darzustellen. Das System von benannten Tartanmustern, wie man sie heute kennt, begannen die Webereien ab der viktorianischen Ära des 19. Jahrhunderts festzuhalten.

In der heutigen Zeit gibt es sogar Tartans für Bezirke, Grafschaften, Gesellschaften und Unternehmen, sowie Setts für Länder und Provinzen, Schulen und Universitäten, sportliche Aktivitäten, Einzelpersonen und sogar Gedenkmotive und einfache Standardmuster, die jeder tragen kann.

Tartans waren ursprünglich aus gewebter Wolle zu finden, jetzt werden sie jedoch aus vielen anderen Materialien hergestellt und sind gemusterte Stoffe, die aus überkreuzten, horizontalen und vertikalen Fäden in verschiedenen Farben bestehen.

Die Tausenden von Tartanmuster, die im Scottish Register of Tartans festgehalten sind, können Sie sich HIER ansehen.

Highland Titles Tartan

Unser offizieller Highland Titles Tartan ist offiziell im Scottish Register of Tartans (Code: CTST) eingetragen und weist tiefe Marine- und Rottöne mit schneidigen Blau- und Goldakzenten auf. Dieses Tartan kann nur von Lairds, Lords und Ladies von Glencoe und Lochaber getragen werden.

Unser exklusiv entworfenes Highland Titles Tartan
Unser exklusiv entworfenes Highland Titles Tartan

Der Dress Act von 1746

Der Dress Act von 1746 wurde als Teil des Act of Proscription eingeführt, einer Reihe von sogenannten „King‘s Laws“, also Gesetzen des Königs, die in Folge der Jakobitenaufstände erlassen wurden. In dem Bemühen, die Kriegerclans unter Staatskontrolle zu bringen, wurden viele Aspekte der gälischen Kultur verboten, einschließlich des Tartans. Die einzige Ausnahme war, dass es bei der Armee erlaubt war, einen Kilt zu tragen, womit die Tradition weiter erhalten wurde, die vom Black Watch Regiment begründet worden war. Abgesehen davon war es allerdings in Schottland verboten, den sogenannten „Highland Dress“, die Hochlandkleidung, zu tragen, zu dem der schottische Kilt gehörte.

„Dass ab und nach dem ersten Tag des Monats August, Eintausendsiebenhundertsechsundvierzig, kein Mann oder Junge in diesem Teil von Großbritannien, der Schottland heißt, außer solchen, die als Offiziere und Soldaten in den Truppen Seiner Majestät angestellt sind, unter jeglichem Vorwand die Kleidung tragen oder anziehen darf, die gemeinhin als Hochlandkleidung bezeichnet wird, (das heißt) der Plaid, Philabeg oder kleine Kilt, Trowse, Schultergurte oder jeglicher Teil dessen, was eindeutig zum Hochlandgewand gehört; und dass kein Tartan oder Stoff in einer parteilichen Farbe für Great Coats oder Mäntel verwendet werden darf und wenn eine solche Person nach dem benannten ersten Tag des Monats August weiterhin besagte Kleidungsstücke oder Teile davon trägt oder anzieht, wird jede solche Person für den Verstoß gegen die Vorschriften…beim ersten Verstoß mit sechs Monaten Gefängnis bestraft und beim zweiten Verstoß auf eine der Plantagen Seiner Majestät in Übersee überführt, wo er sieben Jahre lang bleiben muss.“

Auch wenn das Gesetz 1782 aufgehoben wurde, zählte das Tartanmuster und der schottische Kilt nicht mehr zur üblichen Hochlandkleidung, sondern wurden stattdessen als symbolische Nationaltracht Schottlands angesehen.

Accessoires zum schottischen Kilt

Der moderne, angepasste schottische Kilt, der heute weltweit bekannt ist, wird traditionell mit verschiedenen Accessoires getragen. Es wird zudem genau zwischen formellen und eher zwangloseren Kilts, die sich für verschiedenste Anlässe eignen, unterschieden. Es gibt Schotten, die die Etikette des Kilttragens sehr ernst nehmen und solche, die es einfach als Zeichen keltischen Stolzes ansehen, jegliche Art von Tartanmuster zu tragen. Falls Sie also zum ersten Mal zu einer Veranstaltung eingeladen sind, bei der Kilts getragen werden, fragen Sie lieber beim Gastgeber nach!

Die wesentlichen und gängigsten Accessoires, die man zusammen mit dem schottischen Kilt sieht, sind Folgende:

  • Kilt Hose – Dies sind Wollsocken, die am Knie umgeschlagen und oft mit Strumpfbändern getragen werden
  • Ein Sporran – (Gälisches Wort für „Geldbeutel“) Dies ist eine Art Beutel, der an einer Kette oder einem Lederriemen an der Taille hängt. Dieser könnte aus einfachem oder geprägtem Leder bestehen und ist oft mit Pelz oder Metallbeschlägen verziert.
  • Ghillie Brogues – Eine Art Brogue-Schuh ohne Zunge, damit sie schneller trocknen und langen Schnürsenkeln, die man über dem Knöchel um das Bein legt und unter der Wade bindet, um die Schnürung vor Schlamm zu schützen. Das Design ist funktionell, sie werden heutzutage allerdings nur noch zu gesellschaftlichen Anlässen getragen.
  • Ein Gürtel – Dieser besteht normalerweise aus Leder und hat eine geprägte Schnalle.
  • Eine Kiltnadel – Wird meist in der unteren Ecke des äußeren Teils des Kiltschurzes getragen, um mit dem zusätzlichen Gewicht zu verhindern, dass der Kilt aufgeweht wird. Kiltnadeln sind zudem eine Form der Dekoration und weisen manchmal Clan-Symbole auf.
  • Ein Sgian-dubh – Dies ist das gälische Wort für ‚schwarzer Dolch‘ und bezeichnet ein kleines Messer mit Scheide, das oben im Kiltstrumpf getragen wird.
  • Ein Ghillie-Hemd – Ein zwangloses Trachtenhemd mit einer gekreuzten Schnürung aus Leder auf der Vorderseite.
  • Prince Charlie oder ein Argyll-Jackett – Diese Jacketts sind meist jedoch für formelle Anlässe bestimmt.

The Highland Titles Traditioneller schottischer Kilt

Der Highland Titles Kilt wird von einem traditionellen Kilt-Hersteller handgefertigt und ist nur den Lairds of Glencoe und Lochaber vorbehalten.

Der Highland Titles Kilt wird aus traditioneller schwerer Wolle (500-515 g/m/16 oz) hergestellt und verfügt über unser eigenes Highland Titles Tartan, das von Lochcarron of Scotland exklusiv für uns gewebt wurde.

Hier können Sie Ihren eigenen Kilt bestellen und die passende Kiltnadel finden Sie hier.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es nur schottische Kilts?

Kilts werden seit langer Zeit auch mit der irischen Kultur in Verbindung gebracht, es gibt jedoch viele Unterschiede zwischen den Kilts der beiden Länder. Allerdings trägt man die Kilts in beiden Ländern als Symbol des Stolzes und zur Feier des keltischen Erbes.

Bild: The Irish Emerald Kilt
Bild: The Irish Emerald Kilt

Erfahren Sie HIER mehr über die irischen Kilts der Emerald Isle.

Kann jeder einen schottischen Kilt tragen?

Die kurze Antwort ist ja! Jeder kann einen Kilt tragen. Generell gibt es keine Einschränkungen beim Tragen der meisten Tartanmuster, mit Ausnahme von einigen seltenen Mustern, die als ‚nicht freigegeben‘ gelten, was bedeutet, dass sie Oberhäuptern oder der königlichen Familie vorbehalten sind. Wenn Sie kein Tartanmuster finden können, das in Verbindung zu Ihrer Familie steht, wieso versuchen Sie es nicht mit einem schottischen Kilt aus einem der universellen Tartans? Dazu gehören Royal Steward und Hunting Steward Tartans, Black Watch, Flower of Scotland und viele, viele mehr.

Was trägt man unter dem schottischen Kilt?

Seien wir ehrlich – dies ist die erste Frage, die den meisten von uns in den Sinn kommen, wenn wir einen Herren in einem Kilt sehen, oder nicht?! Nun, es ist wahr, dass es eine schottische Tradition ist, keine Unterwäsche unter einem schottischen Kilt zu tragen.

Ein Gerücht besagt, dass das schottische Militärgesetzbuch aus dem 18. Jahrhundert einen Kilt vorschrieb, aber Unterwäsche nicht erwähnte. Als typische Schotten sahen die Soldaten dies als eine Herausforderung, statt zu akzeptieren, dass es ein Versehen war und so begann diese ohne-Unterwäsche-Tradition! Es wird angenommen, dass sich einige Begriffe im englischen Sprachgebrauch daraus entwickelt haben, mit denen beschrieben wird, keine Unterwäsche zu tragen – so wie „going regimental“, „military practice“ und auch „going commando“.

Wenn heutzutage Kilts getragen werden, scheint es größtenteils eine persönliche Vorliebe zu sein. In einigen formellen Situationen ist Unterwäsche unbedingt erforderlich und die meisten Unternehmen, die Kilts verleihen, schreiben aus Hygienegründen das Tragen von Unterwäsche vor. Das Scottish Official Board of Highland Dancing hat Unterwäsche außerdem in den Dress Code aufgenommen – was logisch ist, wenn man sich das Hochwerfen der Beine ansieht, das beim Highland Dancing vorkommt!

Die Antwort auf die Frage lautet also: Es ist immer noch ein Rätsel!


Über den Verfasser

Verfasst von: Sabine


Kommentare zu diesem Beitrag

Sie haben etwas zu sagen? Hinterlassen Sie einen Kommentar