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Clans von Schottland: MacGregor

Verfasst von: Sabine
Veröffentlicht: 20th August 2018

clans of scotland

Die Geschichte des MacGregor Clans ist eine vom zähen Überleben bis zum Durchhaltevermögen in entsetzlichen Zuständen. Die Historie nennt sie “Die Kinder des Nebels“. Fast zwei Jahrhunderte lang war der MacGregor Clan ein Opfer der Ächtung. Das bedeutete, dass die Männer des MacGregor Clans nicht ihren Nachnahmen, kein Eigentum, und sogar in den schlimmsten Zeiten nicht einmal ein Messer besitzen durften. Sie wurden rechtmäßig von den Campbells gejagt, gefoltert oder enthauptet.

Trotz dieses katastrophalen Schicksals, hat der Name MacGregor überlebt, und ist heute auf der ganzen Welt vertreten.

Ein Dank an den Gesetzlosen Rob Roy MacGregor (1671-1734), der die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zog: MacGregors werden bleiben – MacGregors trotzen ihnen.

MacGregor clan tartan

MacGregor Tartan – ‘The red and green’

Das Wort Clan ist eine Ableitung des gälischen Wortes für Kinder. Aber um Mitglied eines Clans zu sein, bedeutet nicht automatisch, dass man mit dem Oberhaupt verwandt ist. Diejenigen, die für den Klan arbeiteten, würden den Nachnamen annehmen, und die, die Schutz brauchten, würden sich dem Chief verpflichten, und den Namen des Clans als ihren eigenen akzeptieren. Allerdings waren sie gleichermaßen vereint, das Zusammenleben und das Sterben im Dienste ihres Clans. Nach schottischem Recht gilt heute jeder, der den Nachnamen des Clans trägt, automatisch als Teil dieses Clans.

Clan Gregor, auch bekannt als MacGregor, ist eines der ältesten Clans in Schottland.

Die Überlieferung der Nachfahren besagt, dass Kenneth MacAlpin, der König ist, der im 13.Jahrhundert die Schotten wieder vereint hat. Es war der MacGregor Clan der den Anspruch auf den Regierungsstatus festgelegt hat.

Das alte Motto der MacGregors lautet: “Royal is my Race“. Vage Übersetzung: „Königlich ist meine Familie“

MacGregor Wappen Abzeichen mit dem alten Motto: ‘Royal is my race’

Aber der unaufhaltsame Aufstieg des Clan Campbell ist eine oft erzählte Geschichte, und sie waren es, die im 14.Jahrhundert begannen, dass Vermögen der MacGregors zu überholen. Es überrascht nicht, dass die MacGregors und die Campbells zu Feinden wurden.

Das Problem scheint damit begonnen zu haben, als Robert the Bruce das Herrschaftsgebiet Loch Awe (auf MacGregor Territorium) seinem treuen Unterstützer Neil Campbell übergab. Trotz territorialer Überlegungen des Clans, erlaubte die Feudalmacht des Königs ihm, Land zurückzunehmen und es denen zu geben, die ihm gefielen.

Die Campbells zogen ein und belästigten die MacGregors in ihrer Nachbarschaft und zwangen sie, aus den Ländern um Loch Awe in ihr verbliebenes Gebiet zurückzukehren. Der MacGregor Clan kontrollierte zuvor die Gebiete Glenorchy, Glenlochy und Glenstrae in Argyll und Perthshire, jetzt blieb ihnen nur Glenstrae. Unterdessen wurden die Campbells ab 1308 in Loch Awe ansässig und wuchsen zu mächtigen Großgrundbesitzern heran, die opportunistisch Land kauften, und viele der ärmeren MacGregors zu ihren Mietern machten.

Karte von den schottischen Highlands, die zeigt wie dominant der Klan Campbell in den Highlands war

Die Campbells von Glenorchy kauften schließlich auch Glenstrae und weigerten sich dann zwei aufeinanderfolgende MacGregor-Chefs als ihre Mieter zu haben. Sie versuchten, mit allen Mitteln, andere MacGregors von ihrer Treue zu ihrem Clan zugunsten des Clan Campbell zu entwöhnen.

Im 16. Jahrhundert brach eine Fehde zwischen einem MacGregor und einem Campbell in einen heftigen Krieg aus, als Grey Colin Campbell den Bruder von Gregor Roy ermordete. Die MacGregors erklärten den Campbells den Krieg, als sie acht Jahre lang Angriffe, Beschuldigungen und Blutfehden über die zentralen Highlands brachten. Die Dinge waren extrem außer Kontrolle geraten.

Da die Campbells des Königs Favoriten waren, befanden sich die MacGregors oft auf der Verliererseite von Streitigkeiten. Mit dem Verlust des Schicksals mussten sie auf Rinderdiebstahl zurückgreifen, was eine nicht ungewöhnliche Vorgehensweise war. Der Förster des Königs, John Drummond, hatte einige MacGregors erwischt, die auf dem Land des Königs wilderten, und ließ sie alle erhängen. Drummond wurde 1590 wegen Vergeltung ermordet. Dies wurde König James I (VI of Scotland) zur Kenntnis gebracht, obwohl der MacGregor-Chief verantwortlich gemacht wurde, begnadigte ihn der König.

Wenn die MacGregors in der nächsten Affäre nur so milde gewesen wären. Bereits 1592 hatte ein Pfeil eines MacGregors während eines Viehzuges versehentlich ein Mitglied des Colquhoun Clans (ausgesprochen Ca-Hoon) getötet. Die Ländereien des Colquhoun Clans waren besonders gefährdet von Angriffen der MacGregors. Dieser Vorfall wurde nicht vergessen, und im Jahr 1602, als zwei MacGregor Reisende die berühmte Highland Gastfreundschaft von Clan Colquhoun suchten, wurden sie abgelehnt. Die beiden Männer suchten Schutz in einer abgelegenen Scheune und schlachteten ein Schaf zum Essen. Sie wurden von den Colquhouns gefunden und hingerichtet.

Alisdair MacGregor, der damalige Clan-Chief, wurde von Campbells Earl of Argyll gedrängt, sich zu rächen. Mit ihren Verbündeten vom MacFarlane Clan marschierten die MacGregors in der berüchtigten Schlacht von Glen Fruin zum Colquhoun Klan. Aber der schlaue Earl hatte seine eigene Agenda, denn er wusste, dass der Colquhoun Clan einen königlichen Auftrag erhalten hatte, die MacGregors zu bezwingen. Obwohl der Colquhoun Clan doppelt so viele bewaffnete Männer hatte, gewann die überlegene Militärtaktik der MacGregors den Tag. Der Kampf wurde zu einem Blutbad, was Schande über die MacGregors brachte.

Als König James von ihren Taten hörte, verbot oder verbannte er den Namen MacGregor. Der Laird of MacGregor wurde zusammen mit vielen seiner Anhänger hingerichtet, und der Name MacGregor wurde gesetzlich verboten. Dies war der endgültige Sieg der Campbells und es folgten Jahre der grausigen Folter. Ein MacGregor zu sein, wurde jetzt zum Todesurteil.

Die Geschichten erzählen, dass die Campbells kämpferische Bluthunde gezüchtet haben, um die MacGregors zu jagen, die, die Milch der MacGregor Frauen getrunken haben, um besser ihre Beute zu schnüffeln. Und in der Campbell Hochburg von Finlarig Castle am Ufer des Loch Tay hatte “Black” Duncan Campbell aus Glenorchy eine Grube, in der MacGregors für die Unterhaltung der Dinnergäste enthauptet wurden. In der Tat gibt es in der Nähe der Nordmauer in der jetzigen Burgruine eine steinerne Grube.

Finlarig Castle, eine Campbell Hochburg auf alten Ländern der MacGregors l

Rob Roy MacGregor

In dieses schreckliche Vermächtnis wurde 1671 ein Mann geboren, der dazu bestimmt war, eine Legende zu werden. Robert (der Rote) MacGregor musste wie alle MacGregor Männer ein Pseudonym annehmen, um der Verfolgung zu entgehen. Er nahm den Namen Campbell, den Mädchennamen seiner Mutter, an. Als Sohn eines Laird war Rob Roy gut ausgebildet in Lesen, Schreiben und Fechtkunst. Die Legende sagt, er sprach sowohl Gälisch als auch Englisch.

Mit seinem Vater und vielen Clan-Mitgliedern der Highlands kämpfte er im Alter von achtzehn Jahren an der Seite der Jakobiten. In dem Aufstand, der die Verbannung von James II. widerstand, der entthronte König der Stuarts.

Als Mann lebte Rob Roy auf dem Land um Loch Lomond herum und unterstützte sein karges Leben dort, indem er Vieh stahl und benachbarten Bauern Schutz bot. Da er manchmal derjenige war, der das Stehlen machte, war sein Schutz sehr effektiv! Er wurde jedoch ein spezieller Dorn im Auge des Herzogs von Montrose. Rob Roys Land lag zwischen den rivalisierenden Häusern Argyll (Campbell) und Montrose (Graham).

Ein sehr altes MacGregor Tartan, ‘The Red and Black’ – auch bekannt als ‘Rob Roy MacGregor’ Tartan

Die Geschichte geht davon aus, dass Rob Roy ein erfolgreicher Viehhändler wurde. Er lieh sich vom Herzog von Montrose tausend Pfund, eine beträchtliche Summe, um ein Geschäft zu finanzieren. Aber einer seiner eigenen Mitarbeiter hat angeblich das Geld verlegt. Obwohl Rob Roy anbot, wenigstens einen Teil des Geldes zurückzuzahlen, erklärte der Herzog ihn zum Dieb und hat ihn finanziell ruiniert. Rob entkam seiner Gefangenschaft und floh als Gesetzloser in den Norden, wo er eine treue Anhängerschaft aufbaute. Währendessen wurden seine Frau und seine Kinder von den Männern des Herzogs aus ihrem Haus geworfen.

Es wird gesagt, dass Mary Helen MacGregor, Robs Frau, von den Männern des Herzogs vergewaltigt wurde. Rob Roy bekam von Montrose’s Feind, Earl Breadlabane, etwas Land und es gelang ihm, mit seiner Familie in ein Leben des Protektionismus und der Plünderung zurückzukehren – was hauptsächlich auf den Ländereien des Herzogs von

Montrose ausgerichtet wurde. Er wurde mehrmals gefangen genommen, konnte aber jedes Mal entkommen. Einmal waren es die Gefängniswärter selbst, die ihn gehen ließen.

Die Statue von Rob Roy, unterhalb der Mauern von Stirling Castle

Rob Roy, ein bemerkenswerter Kämpfer und ein charismatischer Mensch, erlangte auch einen Ruf als Robin-Hood-Figur, beraubte Montrose oder andere reiche Campbells und verteilte die Beute an die Armen. Es war so schwer ihn zu fangen, dass selbst Montrose schließlich aufgab. Hätten die MacGregors nicht unter dem Verbot gelebt, wäre Rob Roy viel erfolgreicher gewesen. So wie er war, führte er ein kompromissloses Leben als Geächteter.

Er beendete sein Leben als freier Mann, der zu seinen eigenen Bedingungen lebte, was jedoch für einen MacGregor damals eine ziemliche Leistung war. Einige behaupten, dass Daniel Defoe, der 1723 Schottland bereiste, von ihm hörte, und sich dazu inspirieren ließ, The Highland Rogue zu schreiben, ein romantisiertes Pamphlet über Rob Roy’s Heldentaten. Ob die Broschüre tatsächlich von Defoe stammt, ist fraglich.

Sicher ist, dass der Autor, Sir Walter Scott, die Geschichte in einem Roman mit dem Titel Rob Roy (1817) aufgriff. Es war dieser Roman, der einen vielgeliebten Volkshelden in größeren Ruhm katapultierte. Robert Louis Stevenson erklärte es zu einem seiner Lieblingsbücher und es inspirierte den gleichnamigen Hollywood-Film von 1995 mit Liam Neeson.

Das Grab von Rob Roy MacGregor in Balquhidder

Trotz vieler Versuche, seine Freiheit zu beschneiden, starb Rob Roy MacGregor friedlich in seinem eigenen Bett. Er wurde 1735 in Balquhidder beerdigt, wo später seine Frau und zwei seiner Söhne beigesetzt wurden. Der Grabstein, der “MacGregor Despite Them” sagt, war eigentlich eine spätere Ergänzung von 1920.

Die Geschichte von Rob Roy MacGregor feiert, was es bedeutet, ein MacGregor zu sein: Gegen staatliche Unterdrückung zu wüten und nach Rosen zu riechen! Im Jahr 1774 wurde das Verbot aufgehoben, und noch heute hat der MacGregor Clan einen Clan-Chief und ein starkes Erbe mit Nachkommen auf der ganzen Welt.

Wegen dem Verbot nahmen Gregors und MacGregors neue Nachnamen an, wobei viele Familien diese angenommenen Decknamen behalten haben. Daher begrüßt der MacGregor-Clan die Personen mit Nachnamen, die in diesem Link mit den MacGregor Familiennamen vorkommen. Wenn du deinen Nachnamen auf der Liste findest, willkommen im MacGregor Clan!

Germaine Greer

Eine berühmte MacGregor: Germaine Greer (Greer war ein beliebtes Pseudonym für MacGregor während des Verbots). Ein unzerbrechlicher Geist, der dem MacGregor Namen treu ist, sie schrieb: The Female Eunuch. Ein wegweisendes Werk, dass das Bewusstsein von Männern und Frauen in den siebziger Jahren und darüber hinaus erhöhte.


Über den Verfasser

Verfasst von: Sabine


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